Das Werk
Das plastische Werk
Ebenso vielfältig und variationsreich wie seine bildlichen Arbeiten ist das plastische Werk des Künstlers. Wenngleich auch in geringerem Umfang, so entstand doch zu den wichtigsten künstlerischen Aussagen eine beachtliche Anzahl von Plastiken.

Bereits während seiner Studienzeit erzielte Ernst Peter Rade als Schüler der Bildhauerklasse von Karel Niestrath mit plastischen Werken erste Erfolge. Von seinem Lehrer übernahm er das Arbeiten in Steinguß und schuf für eine Kindertagesstätte eine Reihe Figuren, mit denen er den ersten Preis des BDA (Bund Deutscher Architekten) für Kunst am Bau gewann.

In den frühen achtziger Jahren entstand aus rotem Naturton eine Gruppe von streng geschlossenen Einzelfiguren, die in expressiver Deformation und Vereinfachung seelisch ergriffene Menschen zeigt. Zusammen mit einer in Postkartenformat herausgegebenen Mappe von Originalzeichnungen begleitete die sechsteilige Figurengruppe die biblische Sensopera Petrus, die von dem Musikprofessor und Leiter des Wittener Bachchors Dr. Henning Frederichs vertont wurde.

Für den weißen Steinkamin schuf der Künstler aus dunklem Ton eine außergewöhnliche Gruppe von Einzelplastiken: „Das bäuerliche Jahr". Die einzelnen Figuren stehen als Symbol für die Monate des bäuerlichen Jahres und zeigen die charakteristischen Tätigkeiten im Jahreszyklus.

 

Sehr gegenständlich dagegen bildete der Künstler in weißem Ton eine interessante Pointergruppe ab. Ernst Peter Rade, selbst stolzer Besitzer mehrerer Pointer, konzentriert sich in dieser Arbeit ganz auf die typische Wesensart der Jagdhunde, die bevorzugt paarweise geführt werden.

Während das eigene private Umfeld Anregungen für die Pointergruppe und viele andere Tierplastiken lieferte, entstand die Bronzeplastik zweier Luchse als Auftragsarbeit für einen dörflichen Brunnenplatz seiner Heimatregion. Auf einem großen grauen Stein sitzend, beäugt das Luchspärchen aufmerksam den Dorfplatz. Den sprichwörtlichen Scharfsinn der Raubkatzen zeigt der Künstler in den gespitzten Pinselohren, dem wachsamen Blick und dem neugierigen Recken des Halses.

Höchst unkonventionell muten Ernst Peter Rades polychrome Keramikplastiken an, die herkömmliche Sehgewohnheiten unserer Zeit in Frage stellen. Den in mehreren Teilen gebrannten Keramikkern dieser Arbeiten bemalte der Künstler mit leuchtenden Acrylfarben, die er schillernd nebeneinandersetzte. Selbst nach jahrzehntelanger Aufstellung im Freien und unter Einwirkung extremer Witterungseinflüsse bleibt die Farbechtheit der Acryltempera unverändert erhalten.

In dieser Technik entstand ein expressives Werk zur Falknerei, in dem Rade Pointer und Greife vereint.

Den Bereich des Gegenständlichen verläßt der Künstler schließlich in einer ausdrucksstarken Acryl-Keramik, die er aus organischen, kontrastreich bemalten Einzelelementen schuf. Das expressive Werk entstand zusammen mit einem Gemäldezyklus zu Joseph Haydns Schöpfung.